MCS - Multiple Chemikaliensensitivität

 

MCS - die "unbequeme" Krankheit

Kaum eine Krankheit kämpft seit langem so "erfolglos" um eine  Akzeptanz  sowohl in der Öffentlichkeit als auch oft im privaten und sogar familären Umfeld wie

MCS  = multiple Chemikalien Sensitivität

Würde doch eine endgültige Anerkennung  der "Auslöser" - vor allem auch für "Berufskrankheiten" - zugleich ein Eingeständnis unserer derzeitigen "Unwissenheit" über 

  • die Auswirkungen zahlreicher Chemikalien auf unseren Körper, 
  • Kombinationseffekte oft auch "nicht beachteter" minimaler Schadstoffkonzentrationen, 
  • komplexe Zusammenhänge zwischen Elektrosmog, chemischen und physikalischen Umweltbelastungen, 
  • mögliche Auswirkungen auch zahlreicher natürlicher Reizstoffe                  bedeuten.

Wieviel einfacher ist es doch, MCS Erkrankte als  "Umweltpsychopathen" darzustellen - ihre Forderungen gegenüber den oftmals sogar  bekannten Verursachern einfach als unberechtigt abzuschmettern - 

die leider noch viel zu wenigen Umwelt- und Ganzheitsmediziner  (Beispiel Dr. Binz, Trier - Hausdurchsuchungen, Prozesse etc. link) jahrelang öffentlich zu disqualifizieren.

Belächelt am Arbeitsplatz von den Kollegen, gemobbt von Vorgesetzten, sehr oft auch nicht ernst genommen von den engsten Familienmitgliedern - wen kann es  da noch verwundern, daß  die Betroffenen nach einigen Jahren "Isolation"  auch tatsächlich sehr oft "psychische" Veränderungen aufweisen, und damit Ihren "Gegnern" ungewollt weitere Argumente einer "eingebildeten Krankheit" liefern. Zu unterscheiden ist dabei aber zwischen Ursache und Wirkung:

Somatopsychisch - psychosomatisch

"In der Medizin wird meistens das betonte Wort nach vorne gestellt. Das Wort Soma kommt aus dem Griechischen und bedeutet “Körper”. Wer an einer psycho-somatischen Erkrankung leidet, der hat also eine psychische Störung, die zu körperlichen Beschwerden führt. Depressionen beispielsweise können sich in Rücken- oder Magenschmerzen äußern, ohne dass eine körperliche Erkrankung vorliegt.

 Im umgekehrten Fall handelt es sich um eine somato-psychische Erkrankung: Wer Krebs hat, der ist natürlich auch psychisch beeinträchtigt. Der Betroffene kann also eine Depression als Folge seines geschwächten körperlichen Zustandes haben."   http://www.medizin-im-text.de/blog/95/psychosomatisch-oder-somatopsychisch/ 
 

 

Jahrelang wurde die Erkrankung  (wurden die Patienten) von Pseudo- "MCS Spezialisten" in den Bereich der "Psychiatrie"- verbannt:

immer wieder "unterstützt" auch durch sogenannte "wissenschaftliche" Studien: 

Beispiel-Zitat:

"Unsere Ergebnisse stützen eindeutig die These, dass psychologische Mechanismen für die Entstehung einer MCS verantwortlich sind, die Symptome also in der Regel nicht durch Umweltgifte hervorgerufen werden" 

http://www3.uni-bonn.de/die-universitaet/informationsquellen/presseinformationen/2006/369?set_language=fr:

 (Untersuchungen an Studenten, die sich vorübergehend in "leicht PCB belasteten" Gebäuden aufhielten und anschließend "befragt" - aber gar nicht ärztlich untersucht- wurden.)

 

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Verursacher und Verbreitung der Krankheit:

Zitat aus  "DBU Online Handlungsorientierte umweltmedizinische Praxisleitlinie", (2011/ Deutscher Berufsverband der Umweltmediziner e.V.)

"Besonders empfindlich gegenüber chemischen Expositionen oder Gerüchen reagieren nach einem deutschen Survey von Hausteiner et al. (2005) 0,5% der Bevölkerung (1 von 200!). Diese Personen hatten tägliche Symptome aufgrund einer besonderen chemischen Empfindlichkeit oder MCS.

Hieraus kann indirekt die Häufigkeit umweltmedizinischer Erkrankungen geschätzt werden:
So lag der Anteil an Patienten mit MCS bzw. stark ausgeprägter chemischer Sensitivität an allen umweltmedizinischen Fällen einer entsprechenden Falldokumentation der Kassenärztlichen Vereinigung in Schleswig-Holstein bei 6% (von n=916) (Bauer et al. 2001, Wassermann et al. 2001). 

Hochgerechnet ergäbe sich daraus eine Schätzung für umweltmedizinische Erkrankungen (auch leichter Art) von 8,3% der Bevölkerung in ärztlicher Behandlung.
Dieses sollte jedoch lediglich als Schätzwert angesehen werden. 

Die an der Falldokumentation beteiligten (n=85) Ärzte dokumentierten am häufigsten Innenraum-Expositionen als ursächlich:
· Biozide (32%)
· Schimmelpilze (27%)
· Lösemittel / VOC (Volatile Organic Compounds) (21%)
· Formaldehyd (16%)


42% der Betroffenen hatten eine Misch- bzw. Mehrfachexposition. Ein Expositionsstopp erbrachte in den meisten Fällen deutliche Besserung oder vollständige Wiederherstellung.
(EVG= III-IV, Konsens= A / 83%).

Teilweise sehr emotionell vorgebrachte

Kritik an diesen umweltmedizinischen Leitlinien, 

damit würde erneut MCS als Psychokrankheit "deklariert" kann bei gewissenhafter Betrachtung seitens SHS - nach zahlreichen Gesprächen mit Betroffenen auch im Rahmen der kostenlosen Beratungshotline)  und Umweltärzten keinesfalls nachvollzogen werden. Siehe dazu auch: offizielle DBU Presseaussendung

Der bloße Hinweis, daß es in vielen Fällen auch - gerade durch Isolation, Unverständnis der Umwelt zu (nachträglichen)psychischen Symptomen kommen kann, die sinnvollerweise "psychologisch" behandelt werden sollten - bietet für  Kritik ebensowenig Anlaß 

als die Beteiligung  unter anderem auch von einer Fachklinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin an der Leitlinienerstellung, einer Klinik, in welcher die Tatsache von Umwelterkrankungen als Auslöser (!) psychischer Probleme durchaus  erkannt worden ist, und daher auch  für solche Patienten  bei Bedarf eine ganzheitliche Behandlung angeboten wird.

Wesentlich:

Die hier zitierten Praxisleitilinen betreffen grundsätzlich Umwelterkrankungen und beziehen sich keineswegs nur auf MCS Betroffene. 

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 Professor Pall, Washington bestätigt: 

"Die multiple Chemikaliensensitivität (1) (MCS), auch als chemische Intoleranz, multiple Chemikaliensensitivitäten, Chemikaliensensitivität oder giftstoffinduzierter Toleranzverlust (TILT)
bekannt, ist eine Erkrankung bzw. Krankheit, bei der eine zurückliegende Chemikalienexposition offenbar die umfassenden unspezifischen Chemikalien-Überempfindlichkeiten verursacht, die für MCS charakteristisch sind. 

Die Annahme, dass das Auftreten von MCS durch eine zurückliegende Chemikalienexposition eingeleitet wird, geht schon aus der Bezeichnung TILT selbst hervor."

 

Inzwischen wird MCS  vor allem auch durch die Weltgesundheitsorgansiation  WHO als „organische“ Krankheit anerkannt.

MCS ist im WHO Register für Krankheiten, dem ICD -10, im Kapitel 19 unter “Verletzungen, Vergiftungen” klassifiziert. (1,2,3) 

In Deutschland wird diese rechtsverbindliche Klassifizierung vom Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) vorgenommen. Ärzte und Dokumentare in den Krankenhäusern sind nach dem Sozialgesetzbuch V verpflichtet, die Diagnosen zu kodieren. Die Verschlüsselung erfolgt auf der Basis des Systematischen Verzeichnisses der ICD-10-GM. (4) 

Zuordnung:

ICD-10  (internationale Klassifizierung der Krankheiten):  Multiple-Chemical Sensitivity  T78.4  

Wesentlich umfassender erforscht und therapiert wird MCS seit Jahren in den 

USA

http://www.mcs-america.org/MCSStatistics.pdf  

Österreich:

Ein erst jüngst eingebrachte Anfrage von Univ. Prof. Dr. Kurt Grünewald  bezüglich einer Anerkennung von MCS als "eigenständige Krankheit" im österreichischen Parlament wurde vom Gesundheitsminister Alois Stöger  am 2.9.2011 mit den bekannten "alten" Argumenten in seiner "Beantwortung" 

"abgeschmettert".

Vor allem auch auf die Frage 

"5. Gibt es Informationen über die Zahl der betroffenen Menschen (MCS, CFS) in Österreich? Wenn ja, bitte um Aufschlüsselung nach politischen Bezirken. Wenn nein, warum nicht?" konnte keineswegs eine zufriedenstellende Antwort angeboten werden - offensichtlich ist auch in Zukunft eine Erfassung der tatsächlichen Verbreitung dieser in anderen Ländern bereits anerkannten Krankheit auch noch gar nicht beabsichtigt.

weitere Infos zu MCS aus Ö

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MCS und Baumaßnahmen

MCS gerechter Wohnraum - Arbeitsplatz - Arztpraxis - Klinikräume 

Ähnlich zahlreicher weiterer- stark umweltrelevanter "Krankheiten"  wie EMS, (Elektromagnetische Hypersensitivität) ; CFS (Erschöpfungssyndrome), Autoimmunerkrankungen  können wir  bei MCS mit baulichen Präventionsmaßnahmen sicherlich keine "Heilung" erreichen - eine Minimierung von Umweltbelastungen kann aber nachweisbar eine Besserung des Krankheitsbildes und eine Verhinderung  von zusätzlichen "Steigerungen" (sehr oft addieren sich die genannten Krankheiten im Laufe der Jahre) bewirken.

"MCS gerechtes Bauen" - "MCS gerechtes Wohnen"  erfordern aber eine äußerst gewissenhafte Planung - Produktauswahl und bauliche Umsetzung.

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Definitionen MCS

Definition MCS mit Auflistung auslösender Stoffgruppen  Professor Martin L. Pall (Washington State University)

Definition MCS  Dr. Klaus Rhomberg, Innsbruck

Definition aus Chemikal Sensitivity Network  (Silvia K.Müller)

Verschiedene  Studien aus den USA von Personen, die nicht am Arbeitsplatz durch Chemikalien geschädigt wurden, gehen davon aus, dass in der Allgemeinbevölkerung inzwischen 15-30% der Menschen leicht bis mittelmäßig und 4-6% schwer chemikalienintolerant sind. Deutsche Umweltmediziner gehen von einer vergleichbaren Situation in hierzulande aus. 

Aktuelle Definition Chemikaliensensibilität

     
  1. Die Symptome sind mit (wiederholter chemischer) Exposition reproduzierbar. 
  2.  
  3. Der Zustand ist chronisch. 
  4.  
  5. Minimale Expositionen (niedriger als vormals oder allgemein toleriert) resultieren in Manifestation des Syndroms. 
  6.  
  7. Die Symptome verbessern sich, oder verschwinden wenn der Auslöser entfernt ist. 
  8.  
  9. Reaktionen entstehen auch gegenüber multiplen nicht chemischen Substanzen. 
  10.  
  11. Die Symptome involvieren mehrere Organsysteme. (1999 ergänzt)
  12.  

Asthma, Allergien, Migräne, Chronisches Müdigkeits-Syndrom und Fibromyalgie stellen keine Ausschlussdiagnose für MCS dar. 

Die Symptomatik der verschiedenen Patienten ist genauso unterschiedlich, wie unser genetisches Make-up, unsere Gesamtkörperbelastung und unser Nährstoffstatus, etc. zum Zeitpunkt der Exposition. Die Symptome betreffen mehrere Organsysteme (z.B. cerebrales, respiratorisches, cardiovaskuläres, gastrointestinales, neurologisches, das muskuloskelettale System, sowie Augen, Nase, Ohren, Haut) und variieren in ihrer Intensität. Bei einigen Menschen erreichen sie eine solche Intensität, dass diese ihren Lebensstil dem Grad ihrer Behinderung anpassen müssen. Häufig beobachtete Symptome sind u.a. Kopfschmerzen, Ohrgeräusche, Schwindel, Erschöpfung, Sehstörungen, Bewusstlosigkeit, Rhinitis, Ekzeme, häufiges Wasserlassen, metallischer Geschmack, Schluckbeschwerden, Übelkeit, Asthma, Depression, Aggression, Verwirrung, Apathie oder Konzentrationsstörungen. 

Wie erkenne ich, ob ich chemikaliensensibel bin?
Wenn Sie auf Alltagschemikalien wie z.B. Zigarettenrauch, frische Farbe, Parfum, Benzin, Reinigungsmittel, bei minimalem Kontakt physische oder psychische Symptome bekommen. Dies reproduzierbar ist und andere Erkrankungen ausgeschlossen wurden, besteht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie chemikaliensensibel sind. In diesem Falle sollten Sie einen kompetenten Umweltmediziner, oder eine erfahrene Umweltklinik zur weiteren Diagnostik und Behandlung aufsuchen. 

Diagnostik
Der eindeutigste Beweis zum Vorliegen einer Chemikaliensensibilität liefert ein Doppel-Blind-Provokationstest unter umweltkontrollierten Bedingungen, nachdem der Patient gesundheitlich stabilisiert und sich in einem demaskierten Stadium befindet. Einige führenden amerikanischen und deutschen Umweltmediziner kombinieren diese Tests mit gleichzeitigem SPECT-Scan des Gehirns, AEP's (akustisch evozoierte Potentiale), Olfaktometrie und geeignete psychometrische Tests, vor und nach der Provokation um zusätzlich die Beeinträchtigung der Hirnleistung zu dokumentieren. 
Zusätzlich hilfreich ist die Kontrolle der enzymalen Entgiftungsleistung (Glutathionoxydasen, Katalase, Superoxyddismutase, Cytochrom P450, etc.) 


Welche Schritte sind hilfreich bei Chemikaliensensibilität? 

     
  • Vermeiden und reduzieren von Chemikalienexpositionen im Wohnraum, auf der Arbeit und in der Freizeit 
  •  
  • Reduzierung der Gesamtkörperbelastung (Sauna, Ernährung, Kontrolle der Nährstoffstatus) 
  •  
  • Sanierung des Wohnraumes (keine Teppichböden, behandelte Holzdecken, Vinyltapeten, Polsterbetten, Schaumstoffmatratzen, Presspanmöbel) 
  •  
  • Schaffung eines Cleanrooms 
  •  
  • Essen von unkontaminierten biologischen Nahrungsmitteln (Vermeidung von Zusatzstoffen, Farbstoffen, Pestiziden, Fungiziden, Bestrahlung, genmanipulierter Nahrung) möglichst in Rotation 
  •  
  • Trinken von unkontaminiertem Wasser (gefiltert oder aus Glasflaschen) 
  •  
  • Tragen von schadstofffreier Kleidung 
  •  
  • Benutzung eines Luftfilters zuhause und im Auto 
  •  
  • Tragen von Aktivkohlemasken, oder Airsupply Luftfilter für unterwegs 
  •  
  • Bei Chemikalienexposition möglichst durch den Mund atmen. Durch die Nase atmen hat einen sofortigen Effekt auf die Hirnnerven. Durch den Mund eingeatmete Chemikalien müssen erst über den Blutstrom zirkulieren und die Bluthirnschranke passieren, bevor sie das Gehirn beeinträchtigen. 
  •  
  • Viel Aufenthalt an frischer Luft (nicht in der Nähe von Feldern oder Industrie, etc.) 
  •  
  • Austestung und Desensibilisierung von Allergien, bzw. Sensibilitäten gegenüber Nahrungsmitteln und Inhalationsallergenen (Millertechnik, ohne Konservierungsmittel) durch eine erfahrene Umweltklinik mit Cleanroombedingungen"     Ende Zitat CSN

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        27. bis 29. März 2012 mit zahlreichen Fachvorträgen und 

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