Bauen für MCS Kranke
Zusammenfassung wichtiger Richtlinien
Grundvoraussetzungen:
Ausschluss von Krankheit auslösenden Faktoren außerhalb des Expositionsbereichs „häusliches Umfeld“
Hinzuziehung des Fachbereichs Kurative Umweltmedizin:
Erhebung der UM Spezialanamnese, Würdigung von früheren Labor- & Arztberichten, körperliche Untersuchung è daraus abgeleitete Systematik umweltmedizinischer Laboranalysen zur Verifizierung bzw. Falsifizierung der Verdachtsmomente des Umweltmediziners bzgl. auslösender / unterhaltender Umweltfaktoren für die Erkrankung.
Im Einzelfall müssen entsprechende Analysedaten bzw. ein UM – Fachbericht vor der Planung / Ausführung eines entsprechenden Gebäudes vorliegen!
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Standortauswahl
Minimierung von Umweltbelastungen durch
Lärm, Luftverschmutzung (Verkehr/Straße-Bahn-Flugverkehr , landwirtschaftliche Betriebe, gewerbliche Betriebe, Industrie)
natürliche und künstliche Strahlenbelastungen (Radon, Elektrosmog jeder Art )
natürliche biologische Belastungen (Vegetationsprüfung)
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Planungsanforderungen
Diffusionsoffene Konstruktion mit hohem sommerlichen Wärmeschutz (kein Barackenklima)
Feuchtigkeitsausgleichende Materialplanung
Generell Vermeidung von Feuchtigkeit (Bodenabdichtung, Vermeidung von Wärmebrücken) =
Bauschadensfreie Konstruktion und Ausführung (Schimmelvermeidung –Integration Fachbereich Bauphysik
Lärmschutz (Lärm als Stressfaktor)
Emissionsfreie Heizung (z.B. Erdwärme, Fernheizung,)
Räumliche Abschirmung der Wohnräume von Küchengerüchen
Nutzung der Wärmestrahlung (Wandheizung)
Pflegeleichte Belüftungsanlagen mit Pollenfilter (Wartungspläne / -anweisungen ; schriftl. Anweisungen, damit der zukünftige Nutzer sich streng an Wartungspläne hält!)
Grundanforderungen an Lüftungen: Lufthygiene Anforderungen VDI 6022 Blatt 1; mindestens Filter F7 nach DIN EN 13779 und DIN EN 779 (mittlerer Wirkungsgrad von 80 bis 90 %; Partikelgröße von 0,4 µm)
Zentrale Staubsauganlage (hygienischer Wartungsplan)
Pflegearme Produkte und Oberflächen
Bauschadensfreie Konstruktion und Ausführung (Schimmelvermeidung –Integration Fachbereich Bauphysik)
Stressmildernde Farbgestaltung (Wandfarben….)
Individuelle Berücksichtigung von Allergien (Hausstauballergie, Pollenallergie) bei Raumplanung z.B. großer Vorraum, entsprechende Kleiderablage; Wäscheschacht im Vorraum u.v.a.
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Baustoffauswahl
Es müssen alle bekannten allergenen Emissionen so weit als möglich ausgeschlossen werden
Verwendung möglichst weniger Produkte insgesamt zur Risikominimierung;
strenge Produktauswahl im Hinblick auf Emissionen entsprechend der Richtlinien
incl. der bekannten
Möglichkeiten zur Reduktion von
Radonbelastungen
Elektrosmog
Pollen
Berücksichtigung der individuellen Anforderungen - stets ausschließlich in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt.
Bauliche Umsetzung:
Aus den Erfahrungen des Sentinel-Haus Instituts bei zahlreichen Projekten konnte bereits abgeleitet werden, dass die Produktauswahl nur einen ca. 50%igen Anteil am Erfolg des Gesamtkonzeptes "emissionsarmes Gebäude" hat - der Rest ist abhängig von Planung und Bauausführung.
Voraussetzungen sind eine umfassende Vorarbeit des Planers (Berücksichtigung der gesundheitsrelevanten Erfordernisse und Möglichkeiten zur Erreichung eines emissions/staub/geruchs/lärm- und strahlungsminimierten Wohnraumes beginnend bei Raumplanung bis hin zur Haustechnik)
und eine intensive Sensibilisierung, Schulung und Überprüfung der Handwerker in der Ausführungsphase.
Bekanntlich können bereits Unachtsamkeiten (Verwendung intensiver Reiniger, Zwischenlagerung emissionsreicher Verpackungsmaterialien, holzschutzmittelbehandelter Paletten, angebrochener Dosen, Kartuschen über längere Zeit) zu beträchtlichen Sekundärbelastungen der Wände, Putze führen.
Auch die staubintensive Bearbeitung von "kritischen" Werkstoffen in den Innenräumen kann zu Belastungen führen.
Dazu bietet das Sentinel-Haus Institut Freiburg ein umfassendes Qualifikationsprogramm für Planer, Bauunternehmer und Handwerker.
