Schadstoffarmes Bauen

Minimierung von Schadstoffen in Gebäuden

Rapid zunehmende Allergien und Umweltkrankheiten haben vielfältige Ursachen  - 

  • Umweltgifte in Lebensmitteln, Kosmetik, Textilien -
  • aus Verkehr und Industrie
  • aber auch aus dem häuslichen Umfeld

letztere verursacht durch schadstoffbelastete Möbel, Heimtextilien, Reinigungsmitteln, nicht zuletzt aber auch aus

  • Baustoffen,
  • Böden,
  • Farben

(Datenbank Chemikalien, Kontaktallergene)

ebenso wie durch

  • Schimmel und dessen Folgeprodukten  (link)

Umfangreiche Studien zu den Auswirkungen von Raumluftbelastungen auf die Gesundheit werden seit Jahren am UFZ Leipzig durchgeführt - so wurde nachgewiesen, daß "umweltschädliche Chemikalien aus Farben und Möbeln bereits in geringer Konzentration Lungenzellen verändern" (link)

Im Rahmen von Vorgaben der EU zu einer gesundheitlichen Bewertung von Baustoffen (europäische Bauprodukterichtlinien)  bemüht sich zwischenzeitlich das Institut für Bautechnik, im Rahmen der Zulassungsverfahren für Baustoffe auch strenge Emissionsprüfungen (nach AgBB) einzubinden; ebenso wird durch die europäische "Reachverordnung" versucht, strengere Maßstäbe im Hinblick auf Informationspflicht und Kennzeichnung von Inhaltsstoffen durchzusetzen.

Bisher konnte dies aber erst in ganz wenigen Bereichen auch wirklich bereits erfolgreich und umfassend umgesetzt werden.

Empfehlung zur Auswahl von Bauprodukten

Wir empfehlen daher Bauherren,  sich nicht ausschließlich auf Herstellerangeben und Zulassungen  zu verlassen, sondern selbst kritische Anforderungen an  die zu verwendenden Bauprodukte zu stellen.

Wichtig:

"Ökologische Bauprodukte", "Naturbaustoffe" haben sehr oft umfassende technische und "nachhaltige" Vorteile und sollten daher forciert werden -

auch sie müssen aber ihre Emissionsarmut nachweisen, da auch die Natur viele Schad- und sensibilisierende Stoffe bietet; viele Hersteller von Naturfarben aber auch Holzwerkstoffen (z.B. OSB Platten) bringen nicht unerhebliche  Emissionsrisiken mit sich  und verweigern nach wie vor glaubhafte, umfassenden Emissionsnachweise unter anderem zu ihren VOC Emissionswerten. Entscheidend ist auch die "Raumbeladung" (wie viel Material auf welche Raumgröße) und die Luftwechselrate des Gebäudes. (Fallbeispiel)

SHS hat dazu eine Aufstellung von Kriterien zusammengestellt, welche Informationen zu Produkten grundsätzlich notwendig wären, um eine seriöse Bewertung von Baustoffen vornehmen zu können.

Wir empfehlen den Verbrauchern, hier bei Händlern, Verarbeitern und Baustoff-Herstellern kritisch nachzufragen, um teilweise (!) noch immer praktizierte "Geheimniskrämerei" der Industrie durch den Druck der Konsumenten "aufzuweichen".

Anforderungskatalog zu Produktinformationen

Bei der Forderung nach Emissionsprüfberichten geht es aber nicht nur um den Nachweis, dass keine toxischen Stoffe relevant enthalten sind, sondern auch um die damit verbundene Möglichkeit, eventuelle für Allergiker, Umweltsensitive Bauherren  durchaus auch natürliche "Reizstoffe, Allergene" zu erkennen und im Bedarfsfalle zu vermeiden.

 

Durch fachgerechte Verarbeitung können ebenso wie durch strenge Kriterien für die Haustechnik (u.a. für Lüftungsanlagen) viele Belastungen vermieden - reduziert werden.

Die Vermeidung von Bauschäden (z.B. durch fachgerechte Ausführung der Luftdichtheitsebene) minimiert das Risiko späterer Schimmelbelastungen (Hauptverursacher zahlreicher "Wohnraum- Erkrankungen")

Fragen wie Radonbelastung und elektromagnetische Strahlenbelastungen intern und extern müssen ebenso sorgfältig beachtet werden.

Empfehlung bei baulichen Maßnahmen

Schadstoffbelastungen in Neubauten, kostenintensive nachträgliche Sanierungen zu Lasten des Bauherren (sowohl im privaten Bereich als auch bei öffentlichen Gebäuden, Schulen Kindergärten) könnten vermieden werden, wenn der Auftraggeber bereits bei Ausschreibung - Auftragserteilung vertraglich die Einhaltung von raumhygienischen Werten fixieren würde, welche bei Übergabe des Gebäudes auch überprüfbar sind.

Dazu gibt es ebenfalls bereits Empfehlungen:

Nachweis einer erfolgreichen emissionsminimierten Bauausführung

 

Termine

 

Ecobau Live 2011

27. bis 29. März 2012 mit zahlreichen Fachvorträgen und 

Podiumsdikussionen  (auch zum Thema "Wohngesundheit")

Link

Vorschau

_________________________

Sentinel-Haus Institut    

Termine zum Thema "Wohngesundheit"

__________________________

Umwelt-Medizin-Gesellschaft

Umweltmedizinische Veranstaltungstipps

__________________________

Umweltbundesamt          

Veranstaltungen-Termine

___________________________

AGÖF (Arbeitsgemeinschaft öklogischer Forschungsinstitute)    

Veranstaltungen

___________________________

IBO - Österreichisches Institut für Baubiologie und Bauökologie

Veranstaltungen und Kongresse